Trainingslager auf Sizilien im Frühjahr 2014

Von T.L. 13.-24. Apr. 2014 - Terrasino (Italien): Neun Athleten sowie Mathias und ich reisten in den Osterferien in den Süden, um im Freibad des Hotels Citta del Mare unweit von Palermo auf Sizilien die Meisterschaften vorzubereiten. Traumhaft auf einer Klippe gelegen, ein sportlergeeignetes Buffet und dazu Temperaturen um 20° C – das sollte die Grundlage für eine gelungene Reise bilden.

Deren Realisierung war allerdings an eine Bedingung geknüpft: Die Eltern hatten einen maximalen Beitrag von 750€ pro Person festgelegt. Da ich die Anlage zusammen mit dem FC Voran Ohe bereits kennen und schätzen lernen durfte, nahm ich diese Herausforderung gerne an.

Im Herbst 2013 verlief zunächst alles wie geplant: Ich buchte Mathias zusammen mit vier Sportlern bei Opodo für einen Flugtransfer mit Air Berlin und drei weitere Sportler zusammen mit mir bei der Fluglinie direkt, um die günstigsten Preise in Anspruch nehmen zu können. Dazu vereinbarten wir mit unseren Athleten, dass diese fortan und reihum in allen Schulferien unsere Kraulkurse für Erwachsene mit uns zusammen betreuen sollten. Als Lohn floss der Erlös in die Finanzierung der Trainingsmaßnahme ein.

Die elterliche Bedingung war damit allerdings noch nicht erfüllt; zusätzlich mussten Spenden eingeworben werden. Den großzügigen Firmen Steep und Ossenbrüggen sowie einigen privaten Spendern gebührt noch einmal mein besonderer Dank – stellvertretend für die ganze Gruppe. Ohne die Spenden hätten wir nicht so gut trainieren können und hätten das Wettkampfjahr 2013/2014 wahrscheinlich nicht derart erfolgreich abgeschlossen! Als mir Julia Malso, Leiterin des Aus- und Weiterbildungszentrums von Steep in Hamburg, den Scheck überreichte, war ich entsprechend überglücklich.

  

 

 

 
Der Wechsel von Freja und Lea in die Leistungsgruppe war erst im Winter beschlossene Sache, so dass deren Flüge nachgebucht werden mussten. Zeitgleich fingen die Probleme an, denn Air Berlin strich alle Flüge nach Palermo und buchte uns kurzer Hand nach Catania um. Das liegt zwar auch auf Sizilien – allerdings nicht 20, sondern ca. 250km von unserem Hotel entfernt. Auch heute ist noch nicht abzusehen, wann die Odyssee um automatische Antwort-E-Mails, ins Leere laufende Telefonate, unbeantwortete Briefe und Faxe beendet sein wird. Leider erstattet man uns die zusätzlich entstandenen Transferkosten einfach nicht. Das ernüchternde Fazit lautet daher: KEINE REISE MIT AIR BERLIN!

Dies kann und darf allerdings nicht mein Schlusswort sein, denn der Aufwand hat sich trotzdem gelohnt: Mit anderen Sportlern teilten wir uns ein abgelegenes Gebäude der riesigen Anlage. Mit Ausnahme der Ostertage standen ca. 80% der Hotelanlage leer und gammelten vor sich hin, bis der erlösende Maler vor den Feiertagen erschien. Die Bauweise der Anlage ist schlicht. Die Deckenverkleidung aus Wellblech im Eingangsbereich aller Zimmer wippt freudig mit jedem Windzug und zum Ende einer Mittagspause kann man sich sanft durch den Gesang vier energiegeladener Wedeler Schwimmerinnen aus dem Nachbarzimmer wecken lassen. Das stille Örtchen ist alles andere als still, denn man versteht beinahe jedem Ton von nebenan, und auch die Sitzsteine im hoteleigenen Amphitheater haben schon bessere Zeiten gesehen.


 

Allerdings bietet der Trainingspool, einer von drei Poolflächen in der Anlage, den Trainern beste Aussichten – nicht nur auf die Athleten, sondern vielmehr auf die Bucht vor der Hotelanlage sowie die sich am Horizont erhebenden Berge. Dieses Mal ging es daher nicht darum, welcher Trainer ins Wasser darf, sondern welcher nicht.

 

Die richtige Bahn im Pool zu ergattern, war allerdings schwierig, da sowohl Franzosen als auch das Team des TSV Hohenbrunn-Riemerling stets alle Bahnen für sich in Anspruch nahmen, die auch nur eine Sekunde unbelegt waren. Ohne Nummern auf den Startblöcken war auch nicht zu erkennen, welches die Bahn 1 und welches Bahn 9 auf dem Nutzungsplanplan sein sollte. Obendrein deckte der Bademeister jeweils die drei außen liegenden Bahnen bereits eine Stunde vor Ende des Plans für die Nacht ab, so dass die Fläche für uns und Hohenbrunn-Riemerling, auch wenn die spät abends zumeist gar kein Training angemeldet hatten, auf drei Bahnen schmolz. Trotz aller Widrigkeiten verpassten wir keine Minute, sondern schafften sogar alle zusammen die 100x100m zu schwimmen!
 

An beiden trainingsfreien Nachmittagen hatten wir Glück mit dem Wetter. Bei prallem Sonnenschein war ein Bad im Mittelmeer für alle Pflicht – Gejohle ob des frischen Wassers sowie Sprünge und Arschbomben von einer Anhöhe inklusive, während Mathias fleißig Fotos machte. Für manchen war es tatsächlich das erste Bad außerhalb einer Halle ...

 

 

Nicht schlechter, aber etwas kühler waren die Temperaturen am Tag unserer Osterrallye. Drei Teams mussten verschiedenste Aufgaben in der ganzen Hotelanlage bewältigen. Aufzeichnungen jeder Art waren untersagt; sogar die Fragen mussten nach dreimaligem Vorlesen auswendig gelernt sein und nach Ende der Rallye ohne erneute Fragestellung beantwortet werden. Nachdem u.a. die Nummern der offenstehenden Zimmer in einem Block addiert waren, eine Tafel auswendig gelernt sowie eine Haarnadel auf einem großen Platz gesucht wurde und bei der Rezeption viele Fragen zum Hotel gestellt waren, ergaben die erzielten Punkte einen Zeitvorsprung beim Ostereiersuchen. Das Team mit Lisa, Elisabeth und Freja durfte schlussendlich vor Sophie, Lea und Jasmin sowie diese wiederum vor Jonte, Katharina und Charlotte die Schokoladensuche beginnen.

Bevor es (über Catania) zurück nach Hamburg gehen sollte, packte sich jeder noch einige der super leckeren Orangen ein. Im Gegensatz zum Hinflug, wo wir unseren fünfstündigen Aufenthalt in Stuttgart mit einer Landtrainingseinheit vor der Station der Bundespolizei auf einer Empore des Flughafens verkürzten, stand in München keine Einheit auf dem Plan. Stattdessen konnten alle Wissen mit nach Hause nehmen: Blutorangen erhalten ihre Färbung nicht durch die Injektion fleißiger Obstbauern, sondern vielmehr durch den Stoff Anthocyan in den Pigmenten von Fruchtfleisch und Schale.

 

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